Samstag, 6. Februar 2016

[ #nationalismus ] Grenzen in Europas Köpfen: Die Entstehung des nationalen Vorurteils

Einig ist man sich in der Forschung über einen Nationalisierungsschub am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, der mit dem Ende des Universalismus und dem Wirken der Humanisten in Verbindung gebracht wird.

Gleichzeitig lässt sich erstmals der Appell an eine "deutsche Nation" als Instrument der politischen Propaganda in Krisen- oder Kriegssituationen nachweisen. Das galt vor allem im Zusammenhang mit den Türkenkriegen. Hier wurde zwar auch "pro Christo" gefochten, gleichzeitig aber nicht Christ und "Muselman", sondern "deutsch" versus "türkisch".

Ebenfalls in den Jahrzehnten um 1500 nahmen die Humanisten im Rahmen eines intellektuellen Elitendiskurses eine "Historisierung des Eigenbewusstseins" vor, das nationale Vorstellungen auf ein geschichtliches Fundament stellte, nationale Mythen pflegte, nationale Stereotypen formulierte.


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