Samstag, 30. Juni 2012

Systemreform statt Hütchenspiel: Der Finanzmarkt braucht keine Banken

Plädoyer für eine grundlegende Finanzreform. Bankgeschäfte funktionieren auch ohne Banken.

"Droht den Banken Insolvenz, werden sie entweder durch »billige« Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) subventioniert oder der Staat übernimmt die Verluste mittels sogenannter Bad BankLösungen und Beteiligungen.Dies alles ähnelt einem Hütchenspiel, bei dem entweder die Staaten oder die EZB oder auch der Internationale Währungsfonds (IWF) als Bankenretter auftreten und sich gegenseitig die Verluste zuschieben. Ein wirtschaftspolitischer Lösungsansatz für die offensichtlichen Strukturdefizite im europäischen Banken- und Finanzsystem fehlt. Will Europa wirtschaftlich, politisch und sozial überleben, braucht es jedoch eine tragfähige Finanzarchitektur, die den Finanzsektor wieder an die Realwirtschaft bindet." Dies schreibt Rainer Lenz in dem perspektivenpapier der der SPD nahestehenden Friedrich-Ebert-Stiftung im Krisenmonat Juni 2012.

Und weiter unten: "Die institutionelle Trennung von Investmentbanking und Kreditgeschäft, das Verbot des Derivatehandels aus rein spekulativen Motiven oder die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS) sind ausnahmslos Vorschläge zur Reform des Finanzsektors, die bis dato bei der Zerschlagung von Bestehendem und dem Verbot von Aktivitäten und Finanzprodukten stehenbleiben. Hier gilt es weiter zu denken und neue sowie effizientere Formen der volkswirtschaftlichen Intermediation von Kapital als das herkömmliche Bankgeschäft zu entwickeln."

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